Uraufführung der Kinderoper “Was ist los bei den Enakos?”

Zur Uraufführung und zum Inhalt:
Am Samstag, 26. Jänner 2019 kommt eine neue Oper für Kinder zur Uraufführung: Elisabeth Naskes (Musik) und Ela Baumanns (Text und Regie) Was ist los bei den Enakos?
Das Auftragswerk der Wiener Staatsoper ist nach Das Städtchen Drumherum, Fatima, oder von den mutigen Kindern und Patchwork die vierte Kinderopern-Uraufführung in der Direktionszeit von Dominique Meyer und wird in der KINDEROPER | AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE gezeigt.
Das neue Stück handelt vom gleichgeschalteten Volk der Enakos (enako = slowenisch für gleich), das seine Individualität entdeckt und die von oben diktierte Konformität stürzt: Mit gleichgeschaltetem Denken, gleichgeschaltetem Fühlen lässt sich ein Volk leicht regieren, doch ist diese Gleichheit freilich nichts anderes als Begrenzung, Diktatur und Unterdrückung – das lernen auch die Enakos. Doch in dem Einheitsstaat kehrt plötzlich Individualität hervor, nachdem die Enakos verstanden haben, dass Gleichheit nicht immer zum Ziel führt und verordnete Gleichheit nichts mit Freiheit zu tun hat. Zuletzt entdecken alle ihre persönliche Einzigartigkeit und stimmen in den Schlusschor ein: „Es ist richtig einerlei, ob wir gelb sind oder blau, schön sind oder schlau, groß oder klein. Nur zufrieden müssen alle sein.“

Zu den Autorinnen und zum Leading Team:
Mit Was ist los bei den Enakos? präsentiert die österreichische Komponistin Elisabeth Naske ihre dritte Kinderoper für die Wiener Staatsoper nach Die Omama im Apfelbaum (2007) und Das Städtchen Drumherum (2013), ebenfalls Auftragswerke. Die Thematik der Enakos ist für sie eine immer aktuelle: „Ich denke, dass Konformität in der Gruppe, ein So-sein-Müssen zeitlose Themen sind, die jede Gesellschaft und Generation beschäftigen. Man kann das auf verschiedensten Ebenen nachvollziehen und nachweisen. Für mich ist das ein grundwichtiges Thema, das gerade Kindern nahegeht. Diese fragen sich in einem gewissen Alter ja oft: Wie muss ich sein? Wie soll ich mich geben? Wie passe ich dazu? Diesen Fragenkomplex anzusprechen finde ich enorm wichtig“, wie sie im Interview mit Staatsoperndramaturg Oliver Láng für das Magazin „Prolog“ erklärt.
Der Text und die Inszenierung stammen von Ela Baumann, die für diese Produktion erstmals für die Wiener Staatsoper tätig ist. Bisherige Engagements führten die junge österreichische Regisseurin, Choreographin und Librettistin u. a. nach Brüssel, Antwerpen, Berlin, Lorraine, Luzern, Köln und Luxemburg. Wie auch die Komponistin betont sie die gute Zusammenarbeit für Was ist los bei den Enakos?: „Wir entwickeln sehr viel gemeinsam, es ist nicht so, dass ich einen Text schreibe, und Elisabeth vertont ihn einfach. Sondern wir arbeiten sehr intensiv zusammen. Elisabeth hat sich diesmal zum Beispiel von Anfang an ein fantastisches Setting gewünscht, je fantasievoller, desto besser.“Besonders die Arbeit mit den Kindern der Opernschule der Wiener Staatsoper, die bei der Uraufführung mitwirken, beeindruckt die Regisseurin: „Schon in den ersten Proben war ich ganz hingerissen, wie genau Kinder Handlungen bis zum Ende denken, mit welcher Logik sie mitarbeiten. Ihr Blick ist in vielem viel schärfer als unser erwachsener Zugang.“
Was die Kinder nach der Vorstellung mitnehmen sollen, ist für die Autorinnen klar: „Man braucht keine Angst vor den individuellen Fähigkeiten Einzelner zu haben. Selbst wenn daraus Konflikte entstehen können und es einfacher ist, wenn alle gleich scheinen. Denn gleich sind wir ja nie! Zum Glück“, so Ela Baumann. Elisabeth Naske dazu: „Hinterfrage die Obrigkeit immer. Egal welche. Und habe Mut zur Individualität. Man muss sich mit diesen Themen auseinandersetzen, gerade im Theater. Denn wozu gibt es Theater? Zum Ansprechen von Dingen, die uns beschäftigen. Und um Menschen ein wenig aus ihrem Alltag herauszukitzeln!“

Musikalisch geleitet – es spielt das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper – wird die Uraufführung von Rick Stengårds, der an der Wiener Staatsoper bereits Kinderopernvorstellungen von Das Städtchen Drumherum und Wagners Nibelungenring für Kinder dirigierte.

Für Bühnenbild und Kostüme zeichnet Florian Angerer verantwortlich. Der Österreicher präsentiert mit Was ist los bei den Enakos? seine erste Arbeit an der Wiener Staatsoper.

Die Sängerbesetzung
Die Staatsopern-Ensemblemitglieder Rafael Fingerlos (als Oberenako), Alexandra Yangel (als Els) und Dan Paul Dumitrescu (als König der Enakos) sind in der Uraufführung am 26. Jänner zu erleben (Reprisen in wechselnden Besetzungen).
Die weiteren Partien singen in alternierenden Besetzungen Kinder der Opernschule der Wiener Staatsoper: das Heldenenako, das Sportsenako, das gesetzestreue Enako, Nerverl und Minienako. Auch der Kinderchor der Opernschule der Wiener Staatsoper wirkt in den Aufführungen mit.

(url – https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/detail/news/urauffuehrung-der-kinderoper-was-ist-los-bei-den-enakos/?fbclid=IwAR3ztMgRPWiGia795-YMLL1UD0dYiWPKez72PgnZDG_qBlTbxD_3BaCat-o )